Zwölf Aktive haben sich – zum Teil in Gruppenarbeit – mit der Frage beschäftigt, was aus dem Ämterlotsenprojekt bisher geworden ist und daraus folgernd, wohin wir zukünftig wollen und was wir dafür brauchen.

Da wurden bildhaft Fabelwesen gebastelt und mit Inhalten gefüllt, fünf verschiedene Ergebnisse an die Wände gepinnt, die eine gute Grundlage für die Fortsetzung dieses Entwicklungsprozesses im Herbst sind.

Im Juni haben wir das Jobcafe in der Papinstrasse besucht und uns mit den dort tätigen Ehrenamtlichen unterhalten und ausgetauscht.

Während man dort auch längerfristig begleitet und vor Allem die Themen Wohnen und Arbeiten auf dem Schirm hat, sind Ämterlotsen meist ein bis zwei mal begleitend unterwegs um dnach wieder einen neuen “Fall” zu übernehmen.

Zwei Mitarbeiterinnen der Rosenheimer Bewährungshilfe, einer Dienststelle des langerichtes Traunstein berichteten beim Ämterlotsentreffen über Ihre Arbeit.
Eindruckvoll mit hohem Engagement werden dort von derzeit 13 Mitarbeitenden die gesetzlich vorgebenenen Aufgaben der Bewährungshilfe sowohl mit Jugendlichen wie Erwachsenen bearbeiet, ein/e BewährungshelferIn ist aktuell mit 76 Probanden – so die Wortwahl in der Justiz – befasst.
Die Arbeit der Bewährungshilfe, sie ist in Deutschland seit 1953 gesetzlich geregelt, kann alle Lebensbereiche eines Menschen umfassen und dient der Unterstützung der Bewältigung verschiedener Problemlagen, die ursächlich, begleitend aber auch im Umfeld begangener Straftaten auftauchen können.
Die vielen Nachfragen der Ämterlotsen an die beiden Referentinnen machte auch deutlich, wie gering unser Wissen über diese wichtige gesellschaftliche Aufgabe ist und dass jede und jeder, der einmal eine Straftat begangen hat und dafür verurteilt worden ist, eine neue Chance bekommen muss.

Ein breiter Erfahrungsaustausch stand im Mittelpunkt des Ämterlotsentreffens im Februar in den Räumen des Caritaszentrums Rosenheim.

Ein Thema wurde dabei besonders beleuchtet – “Was heißt eigentlich der Begriff Eingliederungsvereinbarung”?

Umgangssprachlich würde man sagen – eine Vereinbarung beruht auf einem Aushandlungsprozess zweier gleichberechtigter PartnerInnen, also einem Verhandeln auf Augenhöhe.

In der Praxis von Hartz IV ist es in der Regel aber eher eine relativ einseitige Maßnahme, die mit Ver- und Aushandeln wenig zu tun hat. Und: Sollte sich tatsächlich ein Hilfeempfänger weigern, eine EV (Eingliederungsvereinbarung) zu unterschreiben, so bekommt er/sie dasselbe Schriftstück eine Woche später per Post als Verwaltungsakt zu geschickt.

Tipp: Auf jeden Fall in Ruhe den Entwurf erstmal durchlesen, bevor man unterschreibt.

Das Monatstreffen im Oktober 2015 stand ganz im Mittelpunkt von Hartz IV Formularen.

Anhand des im Internet hinterlegten Hauptantrages und des Musterbescheides zum ALG II sind wir gemeinsam mögliche Frage- und Antwortstellungen durchgegangen und dabei an nicht wenigen Stellen hängen geblieben, z.B. an der Frage, warum es eigentlich notwendig ist, dass ab 1.1.2016 die sog. Familienversicherung in der Krankenversicherung wegfällt, was das für AntragsstellerInnen bedeutet und welche Auswirkungen das Ganze hat.

Nach einem monatlichen Informations- und Erfahrungsaustausch treffen sich die Rosenheimer Ämterlotsen im Juli 2015 zu einer gemütlichen Runde.

Alle sind dabei schon gespannt, welche neuen Gesichter es ab Herbst 2015 in der Runde geben wird, gerade erst ist der inzwischen fünfte Ausbildungskurs mit großem Erfolg zu Ende gegangen und die “Neuen” werden ab September dazu stossen.

Sie werden auf Ihre Aufgabe vorbereitet und erhalten in monatlichen Gruppenberatungen die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch und zur Reflexion. Die Grundschulung hat einen Umfang von 18 Stunden. Die verbindliche Teilnahme ist Voraussetzung, um als Ämterlotse tätig werden zu können. Nach der Ausbildung und dem Abschlussgespräch treffen sich alle Aktiven einmal monatlich zum Erfahrungs­austausch und zur Fort- und Weiterbildung, die Qualität wird gemeinsam weiter entwickelt. ... weiterlesen